{"id":316,"date":"2017-11-06T21:34:26","date_gmt":"2017-11-06T21:34:26","guid":{"rendered":"http:\/\/totzenbach.at.c51.previewmysite.eu\/?page_id=316"},"modified":"2017-11-06T21:34:37","modified_gmt":"2017-11-06T21:34:37","slug":"kaisereiche-und-pfarrlinde","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/totzenbach.at\/?page_id=316","title":{"rendered":"Kaisereiche und Pfarrlinde"},"content":{"rendered":"<h3>Zwei Memorialb\u00e4ume in Totzenbach: Die Pfarrlinde und die Kaisereiche<\/h3>\n<p><em>von Leo Rollenitz<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Totzenbacher Pfarrlinde<\/strong><\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Volksschule, am s\u00fcd\u00f6stlichen Ende des Kirchparkplatzes findet man die <strong>Pfarrlinde<\/strong>. Dieser Gedenkbaum wurde 1974, anl\u00e4\u00dflich der 600. Wiederkehr der Gr\u00fcndung der Pfarre Totzenbach im Beisein vom damaligen Diez\u00f6sanbischof Franz Zak gepflanzt.<\/p>\n<p>Hans von Totzenbach ist Hofmeister der Herzogin Katharina, einer Tochter Kaiser Karls IV, die mit dem \u00f6sterreichischen Herzog Rudolf IV, dem Stifter, verheiratet ist. Er ist fest entschlossen, eine Kirche &#8222;von neuen Dingen&#8220; in Totzenbach zu erbauen und beurkundet im Stiftungsbrief vom 12. M\u00e4rz 1374, &#8222;da\u00df sie ewiglich ein Pfarrkirchen sei und bleibe, der Fest und des Dorfs und der Leut\u00b4 daselben in Totzenbach&#8220;.<\/p>\n<p>Hans von Totzenbach selbst ist kein kleiner Landadeliger mehr. Stolz tr\u00e4gt er den Adler im Wappen, nicht mehr den Ro\u00dfkamm wie seine Vorfahren. Die Kirche scheint in einem Zug um 1365, als Hans von Totzenbach den H\u00f6hepunkt seiner Stellung am Herzogshof zu Wien erreicht hatte, erbaut oder zumindest nach einem einheitlichen Plan begonnen worden zu sein. Hans von Totzenbach wird auch in diesem Jahr auf der Gr\u00fcndungsurkunde der Wiener Universit\u00e4t und bei der \u00dcbertragung des Allerheiligen Kapitels von der Wiener Burg nach St. Stephan als Zeuge genannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Kaisereiche in Totzenbach<\/strong><\/p>\n<p>Die Bilder wurden am Allerheiligentag 2001 aufgenommen. Schon einige Jahre machen wir uns Sorgen um diesen einst so stolzen Baum. 1908 (2. Dez.) gepflanzt &#8211; das ist f\u00fcr eine Eiche noch kein besonders Alter! Wie ich noch zur nahen Volksschule ging mu\u00dfte der Dorfschmied das Schutzgitter erweitern und das gleiche wurde vor wenigen Jahren auch wieder n\u00f6tig. Heute hoffen wir, den Baum noch viele Jahre erhalten zu k\u00f6nnen! Ist es der saure Regen, der dem Baum so zusetzt &#8211; oder die Bodenverfestigung durch die Stra\u00dfe, welche nat\u00fcrlich auch in diesem Bereich im Laufe der Jahre breiter, asphaltiert und stark verdichtet wurde? Nat\u00fcrlich ist auch der Grundwasserspiegel abgesunken, in fr\u00fcheren Jahren war die nahe Angerwiese regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberflutet und wurde im Winter auch zur Eisgewinnung verwendet. Dieses Eis lagerte man dann in der &#8222;Eisgrube&#8220; im gro\u00dfen Herrschaftskeller und hatte bis in den Sommer hinein die M\u00f6glichkeit, Vorr\u00e4te einzuk\u00fchlen. Das nebenstehende Foto zeigt noch die Arbeit mit dem Eis, die Aufnahme stammt etwa aus den 40er Jahren.<br \/>\nHeute kaum mehr sichtbar, erstreckte sich eine ganze Kette von Teichen beim Reithof (Gratz, Totzenbach 33) angefangen bis zur herrschaftlichen M\u00fchle (Hell, Totzenbach 5). Diese Teiche wurden auch zur Fischzucht verwendet, das Haus Rabel, Totzenbach 15, war einst das Fischerhaus. Wahrscheinlich stammen zumindest die Teiche im Nordwesten des Angers aus der Zeit, wo das einstige Wasserschlo\u00df noch wehrhaft sein mu\u00dfte und man damit die M\u00f6glichkeit hatte, in kurzer Zeit den Schlo\u00dfteich zu fluten und so die Befestigung in Kriegszeiten zu verst\u00e4rken. 1683 waren die T\u00fcrken auch nicht imstande, das Schlo\u00df einzunehmen. Sicher kam damals keine gro\u00dfe Streitmacht nach Totzenbach, aber im Dorf wurden viele H\u00e4user zerst\u00f6rt und die Kreuzgew\u00f6lbe im Osten der Kirche st\u00fcrzten ein. Wahrscheinlich hatten marodierende Streitscharen den Altar angez\u00fcndet.<br \/>\nBei Renovierungsarbeiten im Hause Hinterhofer wurden etwa 1980 noch verkohlte Pfosten freigelegt, die eine Jahreszahl 1683 eingeritzt hatten. Zu dieser Zeit war das Schlo\u00df ein stattlicher Bau mit allen 4 Trakten und hatte die Aufgabe, f\u00fcr die zahlreichen Untertanen der Herrschaft Totzenbach Schutz zu bieten. Auch der Markt B\u00f6heimkirchen geh\u00f6rte damals dazu &#8211; warum sollte sonst das Dorf &#8222;Hinterberg&#8220; zu seinem Namen gekommen sein, von B\u00f6heimkirchen aus liegt es ja VOR dem Berg!<\/p>\n<p>Die D\u00e4mme, welche die einzelnen Teiche trennten wurden nach und nach abgegraben, in den 50er Jahren geschah diese Arbeit noch mit Spaten und Holzscheibtruhe &#8211; an die Arbeiter und die wochenlange Plage kann ich mich noch gut erinnern. Von der feierlichen Baumpflanzung 1908 ist noch ein Bericht erhalten, die Monarchie und ihr langj\u00e4hriger, bescheiden lebender Monarch &#8211; er f\u00fchlte sich eher als erster Beamter des Staates &#8211; wurde bejubelt und durch zahlreiche Gedichtvortr\u00e4ge, Lieder und pathetische Reden geehrt. In Totzenbach war er freilich nie, da war ein Besuch des Bezirksstatthalters Primo Calivi schon eine Sensation. Der Bezirk hie\u00df damals &#8222;Hietzing und Umgebung&#8220; und wurde auch von Wien aus regiert. Das Amtshaus mit dem m\u00e4chtigen Turm an der Wiener Westeinfahrt ist uns allen gut bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Memorialb\u00e4ume in Totzenbach: Die Pfarrlinde und die Kaisereiche von Leo Rollenitz Die Totzenbacher Pfarrlinde Gegen\u00fcber der Volksschule, am s\u00fcd\u00f6stlichen Ende des Kirchparkplatzes findet man die Pfarrlinde. 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